Interview mit Entwerter

Die Wiener Band erreichte beim MFF Underground den 2. Platz, somit kamen wir nicht umhin die Herren Hammer, Rauch, Bertl und Bischof bei einer ihrer Proben u.a. zu ihrem eigenen Bandkonzept zu befragen.

Stellt euch kurz vor und erklärt unbedingt das Prinzip eures Bandnamens!

Hammer: Also, die Idee zum Bandnamen ist gekommen, wie ich neben einer Straßenbahn gefahren bin. Dort ist mir das Wort aufgefallen und wir haben dann gemeinsam um das Wort herum gesponnen und haben entdeckt, dass man in das Wort viel hineininterpretieren kann, und daraus haben wir eine Bandidee gestartet, das mit der Transformation usw. haben wir in unserer ersten CD genauer beschrieben. Genau ist das alles auf unserer HP (www.entwerter.at) nachzulesen. Auch im Zuge der Ganzen weiteren Entwerter-Aktivitäten gibts eigentlich immer einen durchgängigen Faden des Entwertens, den kann man eigentlich auf alle Lebensbereiche umlegen. Also das Entwerten begleitet uns permanent und darauf wird auch alles abgestimmt.

Bitte stellt eure Bandgeschichte mal kurz näher vor!

Rauch: Also die Bandgeschichte ist ganz einfach: Der Hammer und ich sind bei einem Disturbed Konzert nebeneinander gestanden und es war saucoole Musik. Genau das wollten wir auch immer machen und haben dann gesagt, wir wollen einfach unsere Kräfte einen in einer kräftigen, straighten Metalband. Wir wollen entwerten. Wir haben uns zwei Mitstreiter gesucht, den Bischof und den Bertl, und wie wir komplett waren, war auch die Entwertung komplett.
Bertl: Ich hab da dazu eine nette kleine Anekdote. Ich hab lange Zeit schon in keiner Band mehr gesungen und irgendwann hats mich dann mal wieder gepackt und durch den Stefan, den ich zuerst kennen gelernt hab über eine Musikerforumseite, bin ich zu Entwerter gestoßen und hab mir das Ganze im Proberaum angehört und hab die Jungs erst mal ziemlich vor den Kopf gestoßen, Zitat: „Den Hammer hast geradezu kastriert“ wie ich gesagt hab: „Jungs, des is ma eigentlich z’wenig hoart“. Trotzdem ist mir die Musik nie aus dem Kopf gegangen. Dann hab ich gesagt proben wir in einem gescheiten Proberaum wo man alles hört. Und der Rest ist Geschichte.

Am 11.5. kommt eure neue CD…welche Unterschiede wird es im Vergleich zu „… und das ist erst der Anfang“ geben? Was sind eure Erwartungen an die CD?

Bertl: Der Unterschied zwischen erster und zweiter CD liegt, obwohl wir im selben Studio aufgenommen haben, sicherlich in einer uns unerklärlichen, aber doch erfreulichen größeren Produktion. Die Nummern kommen so rüber, wie wir sie auch live umsetzen. Was uns bei der ersten CD nicht gelungen ist, ist das Live-Feeling von Entwerter einzufangen. Das wussten wir auch, wir haben auch sehr viel Feedback darauf bekommen, dass wir live um einiges härter und „besser“ als auf CD sind. Mit der neuen CD glauben wir doch in dem Sinn noch authentischer zu sein. Wir erwarten uns zwar nicht den internationalen Durchbruch, aber zumindest, wie es auf meiner persönlichen Myspace Seite (www.myspace.com/bertlentwerter) vermerkt ist, wir streben doch die Weltherrschaft an.

Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben?

Bertl: Es klingt klischeehaft, aber Entwerter spielen Metal. Es passiert natürlich immer wieder, dass wir in Kritiken einen Musikstil zugeordnet werden, den wir selbst nicht nachvollziehen können, die Letzte war glaub ich „Industrial Harcore“. Als klassischen Metal kann man unsere Musik aber auch nicht bezeichnen. Wir spielen einfach Entwerter-Metal.

Wie entstehen bei euch Songs? Teamwork oder Hauptsongwriter?

Hammer: Also basieren tun die Nummern immer auf irgendeiner Riff-Idee, die von der Bass-Gitarre entstehen, und die in sehr konstruktiver Zusammenarbeit im Proberaum vervollständigt, erweitert, zum Ende gebracht und perfektioniert werden. Dann kommt dem Bertl sein Gesang, mit dem er eigentlich immer recht geschwind is. Damit wird das Ganze abgerundet und vereinheitlicht.
Bertl: Texte entstehen eigentlich immer vor dem eigentlichen Song und die Anpassung der Texte an die Musik erfolgt dann während der Proben.

Was kann man sich von einem entwerteten Konzert erwarten?

Bertl: Also wer schon bei einem Konzert von uns war, der weiß was ihn erwartet, aber für neue Jünger, die sich dem Entwerter-Kult anschließen wollen, die erwartet schweißtreibende Energie, Aussehen wie bei den Chippendales, einer is nüchtern… die drei anderen… ja…, Energie pur, Leidenschaft. Ich glaub was Entwerter ausmacht, ist, dass wir einfach extreme Freude am spielen haben und wahnsinnig gern live vor Publikum performen.

Ihr habt ja bei Metal For Fairness-Underground Platz 2 belegt. Habt ihr damit eure Erwartungen erfüllt und wie gefiel euch die Veranstaltung generell?

Hammer: Die Erwartungen wurden absolut erfüllt, vor allem in Anbetracht, dass die Mitstreiter allesamt großartige Leistungen abgeliefert haben und sich die Bands nicht als Konkurrenten betrachtet haben – aber das gibt’s wohl nur bei einem Metal-Contest...
Bertl: Spitzen-Organisation, geniales Publikum, seeeehr nette Veranstalter, die hochprofessionell waren, tolles Essen, geniale Bands. Darüber hinaus konnten wir etliche Kontakte knüpfen, und das ist ja in der österreichischen Szene das Wichtigste. Wir hoffen jedenfalls, bald einmal auch die Heimatorte der Bands entwerten zu können, mit denen wir gemeinsam am Metal for Fairness gespielt haben.
Rauch: Extrem unterhaltsam war das gemeinsame Warten auf das Endergebnis hinter der Bühne. Die Stimmung unter den Bands war toll, und wir hatten sehr viel Spaß (vor allem, als sich die Palette dem Ende zuneigte ;-)).
Bischof: Cooler Gig, vor allem das Publikum war einmalig. Vor so vielen Leuten haben wir noch nie gespielt!

Warum hat eigentlich noch kein größeres Label bei Entwerter angeklopft und was hat es mit „Cometogether Records“ auf sich?

Bertl: Nun, Universal hat zu wenig geboten und wollte nicht alle unserer gerechtfertigten Forderungen (Freibier auf Lebenszeit für jeden Entwerter etc.) erfüllen, also mussten wir schweren Herzens absagen ;-).
Hammer: Gusch, Bertl. Nein, mal im Ernst: Wir hatten die Möglichkeit, bei einem aufstrebenden Label unter Vertrag zu kommen, aber irgendwie haben wir gemerkt, dass wir halt keine 20 mehr sind. Verständlicherweise muss man als aufstrebende Band heutzutage fast jede Woche irgendwo spielen, damit es sich auch für das Label rentiert, und wir machen lieber wenige Konzerte, dafür aber jedes Mal VOLLE ENTWERTUNG.
Rauch: Das Label „Cometogether Records“ wurde von uns selbst gegründet, damit wir uns die Unabhängigkeit bewahren können, die es uns ermöglicht, alle wichtigen Entscheidungen selbst zu treffen. Selbst wenn wir dadurch nicht dieselben Möglichkeiten wie andere Bands haben, so ist uns eine gewisse Freiheit doch das Wichtigste (abgesehen vom Umstand, dass Entwerter alle dicke Kumpels sind. Ich meine, dick sind wir nicht wirklich ;-)).

Eure größten musikalischen Einflüsse?

Hammer: Die ersten Einflüsse möchte ich lieber verschweigen (nein, so schlimm ist's nicht – Blues und Indie in jungen Jahren). Die Liebe zum Metal kam erst verhältnismäßig spät. Weißt ja, Entwerter sind zu ¾ ALTE Säcke: Nur durch The Bishoppppp könnten wir noch ansatzweise als Boyband durchgehen ;-). Aber im Großen und Ganzen wird’s wohl der neuere Metal sein (auch wenn das jetzt klischeehaft klingt, ist aber so). Mein Interesse am Metal haben aber sicherlich die Gitarrenarbeit von Clawfinger, Rammstein und Machine Head geweckt.
Rauch: Da ich in meiner Studentenzeit auch als Hobby-DJ gearbeitet habe, ist sicherlich der Crossover-Einfluss sehr prägend gewesen. Auch aus Grunge und HC würden mir da einige Sachen einfallen. Für den „bassentwerter“ sind speziell Rage Against The Machine, Godsmack, Disturbed und Linkin Park die grundlegenden Einflüsse gewesen.
Bertl: Chris Reifert (Autopsy, Abscess), Peter Steele (bei Carnivore), und bei Bands aktuell Seether und Godsmack (auch wenn ich nicht so schön singen kann).
Bischof: Sehr beeinflusst haben mich Bands wie Pantera und Machine Head. In den letzten Jahren aber immer mehr der Death Metal.

Haben die Entwerter mittel- bzw. langfristige Ziele? Wo seht ihr euch denn in ca. 5 Jahren?

Bertl: In fünf Jahren sollten wir – wenn alles nach Plan verläuft - die Weltherrschaft erlangt haben. Und unsere Lebern sollten idealerweise auch noch dieselben sein. Aber bei mir kein Problem – nur mehr Null Komma Josef...
Hammer: Bei den Proben, Gigs und gemeinsamen Demoaufnahmen auch in fünf Jahren noch denselben Spaß wie jetzt zu haben, das wäre das Wichtigste für mich. Auch wenn’s schmalzig klingt...
Rauch: Wie Hammer schon erwähnt hat: Bei Entwerter steht der Spaß an erster Stelle, und das wird hoffentlich auch so bleiben. Ich gehe davon aus, dass in 5 Jahren die Veranstalter bei uns Schlange stehen, der Champagner in reißenden Strömen aus Modelbauchnabeln fließt und wir Plektren aus Gold und zentnerschwere diamantbesetzte Rappergeschmeide haben. Derzeit müssen wir uns doch ein wenig abmühen, um zu Gigs zu kommen, und da unsere Frauen nicht ewig unsere Verstärker und Instrumente tragen wollen, MUSS es mit der Rockstarkarriere aufwärts gehen ;-)
Bischof: Regelmäßige Live-Auftritte und dieselbe Produktivität beim Songschreiben wie bisher, das wären mir die wichtigsten Ziele! Und natürlich der Spass...

Nennt doch bitte eure 5 Lieblingsalben?

Bertl: Entwerter: The mortal engine
         Entwerter: … und das ist erst der Anfang
         Entwerter: Live at the Madison Square Garden (geplant für Februar 2008)
         Entwerter: Best of (geplant für März 2008)
         Entwerter: The early years (Raritäten-Compilation, geplant für April 2008)
nein, jetzt ernst:
Entwerter: The mortal engine (wirklich !!!) 
Entwerter: … und das ist erst der Anfang (auch wirklich !!!) 
Seether: alles 
Finntroll (die letzte – unaussprechlich und nicht gemerkt, wie die heisst) 
Carnivore & Autopsy: alles (muss ich aus Trueness-Gründen auf jeden Fall
nennen ;-))
Hammer: Disturbed: The sickness
                Slipknot: Subliminal verses oder doch Iowa ???
                Machine Head: Hell alive
                Marilyn Manson: Holy wood (oder so ähnlich)
                Clawfinger: die mit der Granate am Cover (alter Sack, das leidige
Gedächtnis ;-))
Bischof: Mastodon: Leviathan
              Behemoth: Demigod
              Machine Head: Burn My Eyes
              Misery Index: Retaliate
              Queen: Queen

Rauch: Godsmack: The other side 
             Rage Against The Machine: Rage Against The Machine
             Muse: Absolution

Die Letzten Worte gehören euch…

Bertl: Entwerter for Weltherrschaft.
Hammer: Noch ein Bier, Julia... (Anmerkung: mit Julia ist nicht die Metal for Fairness-Julia gemeint, sondern die Lieblingskellnerin der Entwerter)
Bertl: Entwerter for President !
Bischof: Danke für das Interview.
Rauch: Männer, tuts weiter, ICH WILL JETZT ENDLICH ENTWERTEN !!!